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Rat Park Drogenexperiment - Comic von Stuart McMillen. Die Eremitenlaterne - Led ZeppelinEine gezeichnete junge Frau schaut während einer Party auf eine Tablette. In den Tabletten haust ein Dämon.Unser Verständnis von Abhängigkeit … unser Verständnis von Drogen fusst auf vielen Annahmen. Eine der wichtigsten Annahmen ist, dass Drogen zwangsläufig zur Abhängigkeit verführen … und dass Drogenabhängigkeit allein durch den Kontakt mit diesen wundersam verwunschenen Substanzen beginnt.Gezeichnete Operation an einer Ratte. Schlauch in Halsader. Ratten in Käfigen in einem Regal. In den 1950ern und 1960ern wurden wissenschaftliche „Beweise“ aus Experimenten mit Ratten abgeleitet. Die Ratten bekamen Apparate zur Selbstinjektion implantiert …wurden in einzelne Käfige gesteckt … und lernten sich, durch das Drücken eines Hebels, selbst Drogen zu verabreichen.Ratten in einer Skinner-Box. Eine eingesperrte Ratte drückt einen Hebel. Die Forscher schauten zu wie die Ratten sich selbst hochwirksame psychoaktive Drogen verabreichten. Durch ihre Gewohnheiten getrieben bevorzugten einige Ratten Drogen gegenüber Essen und Wasser. Sie töteten sich selbst durch Vernachlässigung.Forscher vergleichen Notizen. Ein besorgter Wissenschaftler. Die Implikationen waren düster und besorgniserregend. Es schien, als ob Drogen in der Lage waren die Selbstkontrolle von Menschen zu zerstören… und falls Drogen für Menschen so frei verfügbar wären wie für die Laborratten … dann wären massenweise Abhängigkeit und Gesellschaftskrisen ein sicheres Ergebnis.Professor Bruce Alexander hält eine Ratte. Professor Bruce Alexander folgte anderen Überlegungen. Er fragte sich, wie viel man durch das Studieren von Ratten über Sucht bei Menschen herausfinden konnte. Er fragte sich, wie aussagekräftig Studien mit Ratten in Isolationshaft seien können.Ratten in einem Käfig. Ein Mensch in einer Zelle des Drogenexperimentes. Albino Laborratten stammen von wilden, norwegischen Ratten ab. Sie sind nach wie vor neugierige und gesellige Kreaturen … Ergo muss der Reizentzug in den klassischen Drogenexperimenten für die Ratten gleichbedeutend mit Folter sein. Prof. Alexander fragte sich, ob auch er in Drogenkonsum flüchten würde, wenn er in eine Kiste eingesperrt wäre und keine anderen Möglichkeiten hätte.Wissenschaftler in Ghostbuster-Kostümen und einer Laterne. 1977 stellte Prof. Alexander eine Gruppe von Forschern der Simon Fraser Universität zusammen. Bruce Alexander. Barry Beyerstein. Robert Coambs. Patricia Hadaway. Die Gruppe entschied sich die klassischen Studien zu Ratten und Drogen zu wiederholen, … allerdings mit deutlichen Änderungen.Aus der Froschperspektive hebt ein Mensch eine Spritze auf. Die Tür zu einem Gewölbekeller wird geöffnet. Ihr Experiment sollte die Mächtigkeit von Drogenabhängigkeit anhand von Morphin überprüfen, … einem nahen Verwandten des berüchtigten „unwiderstehlichen“ und „lebenszerstörenden“ Heroin. Die Gruppe drang mutig in die dunkle Welt der Drogenabhängigkeit vor. Sie waren gespannt, was sie entdecken würden.Isometrische Zeichnung eines Käfigregals für Ratten. Die Forscher belegten einen großen Raum in der Universität. Sie fingen an ein sorgfältig kontrolliertes Experiement vorzubereiten. In einem Teil des Raumes stellten sie Reihen der üblichen 18 x 25 x 18cm großen Drahtkäfige auf. Käfigwände aus Metall isolierten die Ratten. Sie verhinderten, dass die Ratten sich berühren oder sehen konnten.Isometrische Ansicht einer Tischerwerkstatt mit einer großen Holzkiste. Im anderen Teil des Raumes bauten die Forscher ein großes Gehege aus Sperrholz. Mit 8,8m² war dieses Gehege mehr als 200 mal so groß wie ein üblicher Laborkäfig.Isometrische Ansicht einer Tischerwerkstatt mit einer großen Holzkiste. Im anderen Teil des Raumes bauten die Forscher ein großes Gehege aus Sperrholz. Mit 8,8m² war dieses Gehege mehr als 200 mal so groß wie ein üblicher Laborkäfig.Vogelperspektive auf das Rattengehege mit Ratten, Dosen und Laufrädern. Die Forscher bemalten die Wände mit Waldlandschaften und naturgetreuen Umgebungen. Der Boden war mit Zedernspänen bedeckt, sodass die Ratten Nester bauen konnten … und es fanden sich Kisten und Dosen, um sich zu verstecken und damit zu spielen.Vogelperspektive auf das Gehege und die Laborkäfige. Ganz wichtig: Die Forscher gaben den Ratten andere Ratten zum Spielen, Kämpfen, Paaren und Interagieren. Zufrieden ein Nagerparadies geschaffen zu haben … nannten sie das Gehege „Rat Park” … und begannen die Experimente mit den Ratten.Vogelperspektive auf das Gehege und die Laborkäfige. Ganz wichtig: Die Forscher gaben den Ratten andere Ratten zum Spielen, Kämpfen, Paaren und Interagieren. Zufrieden ein Nagerparadies geschaffen zu haben … nannten sie das Gehege „Rat Park” … und begannen die Experimente mit den Ratten.Eine Wissenschaftlerin hält ein Laborratte. Eine Ratte in einem Käfig wird durch die Forscherin beobachtet. 32 Ratten (16 männlich/16 weiblich) wurden zufällig den isolierten Käfigen oder dem Gehege im Rat Park zugewiesen. Die Forscher gaben beiden Gruppen die Wahl zwischen zwei Flüssigkeiten … und maßen ihren Konsum.Schwarz-weiße Zeichnung von Käfigratten die aus Röhrchen trinken. Die Forscher stellten fest, dass beide Rattengruppen süße Flüssigkeiten (wie Saccharosesirup) liebten … und bittere Flüssigkeiten (wie eine Chinin-Lösung ohne Drogen) hassten. Die Forscher testeten auch die Beliebtheit der bitter-süßen Chinin-Saccharose-Lösung.Vogelperspektive auf Rat Park mit den Trinkröhchen. Da die Forscher jetzt die Geschmäcker der Ratten kannten, versuchten sie die Ratten zum Trinken von Morphin zu verführen. (Morphin: eine Droge aus der Gruppe der Opiate, ähnlich wie Heroin.) Die Forscher befürchteten, dass die Ratten die Droge aufgrund ihres bitteren Geschmacks vermeiden würden. Also versüßten sie die Droge … indem sie Zucker in unterschiedlichen Anteilen beimischten. Dies sollte die Ratten dazu bewegen das Morphin zu trinken.Ein Ghostbusterforscher greift nach einer Medikamentendose in Froschperspektive. Prof. Alexander und seine Gruppe beobachteten gespannt wieviel bitteren Geschmack die Ratten in Kauf nehmen würden, um die Auswirkungen von Morphin zu erleben. Würden die zwei Gruppen die Drogen in unterschiedlichem Maße nehmen?Das Käfigregal aus Vogelperspektive mit Rat Park im linken Bildrand. Tage 9-13: Zuerst vermieden alle Ratten die extrem bittere Morphin-Zucker-Lösung … aber als die Forscher den Morphinanteil verringerten (Tage 14-18), begannen die Ratten mit den süßeren Flüssigkeiten zu experimentieren. Die isolierten Ratten in den Käfigen begannen wesentlich früher als die Rat Park-Ratten das Morphin zu trinken …und in deutlich größeren Mengen: In den Käfigen wurde bei bestimmten Dosierungen bis zu 19 mal mehr als im Rat Park konsumiert.Vogelperspektive auf die Ratten im Rat Park und in den Käfigen. Während die Käfigratten offenbar gerne in den Drogenrausch flüchteten … widerstanden die Ratten im Rat Park der Versuchung. Das frei verfügbare Morphin wurde im Rat Park kaum angerührt …da die Ratten augenscheinlich ein geselliges Leben ungehindert durch Morphin bevorzugten.Detailzeichnung von Ratten in schwarz und weiß. Ein Laufrad im Rad Park. Die Forscher erhöhten den Zuckeranteil… und die eingesperrten Ratten drifteten mehr und mehr in die Betäubung ab. Allerdings mieden die Ratten im Rat Park nach wie vor das frei zugängliche Morphin. Der Konsum stieg auch im Rat Park, blieb jedoch ein Bruchteil von dem ihrer isolierten Nachbarn.Vogelperspektive auf Forscher die die Ratten beobachten. Schließlich nutzte Prof. Alexander ein Mischungsverhältnis von Zucker zu Drogen, dem keine der Ratten widerstehen konnte. Die Ratten, welche zuvor das hochgradig mit Drogen versetzte Gebräu vermieden hatten, fingen an den süßen Sirup mit dem „geringen“ Drogenanteil zu trinken. Die Forscher waren sich sicher, dass die Ratten die Auswirkungen der Drogen vermieden haben, nicht ihren Geschmack.Der gezeichnete Forscher Robert Coambs hält eine Morphin-Flasche an einen Rattenkäfig. In einem Nebenexperiment konnten die Forscher die Aversion der Ratten rückgängig machen. Sie versetzten das Morphin-Zuckerwasser mit Naltrexon. Der Zusatz wirkte als ein Gegengift gegen das Morphin: Es glich die Wirkung der Droge aus und bewahrte gleichzeitig den süßen Geschmack. Die Ratten schleckten die zuvor gemiedene Drogenmischungen, die mit Naltrexon versetzt waren … nachdem sie merkten, dass sie nicht mehr ihre Sinne trüben würden.Nahaufnahme einer Ratte unter Drogeneinfluss. Ein anderes Rat Park-Experiment überprüfte die „abhängigmachende“ Natur der Opiate aus der entgegengesetzten Richtung. Anstatt die Ratten dazu zu verführen freiwillig eine Morphinneigung zu entwickeln … machten die Forscher die Ratten bewusst zu Junkies - und beobachteten dann was geschah, wenn ihnen erneut die Wahl gelassen wurde.Ratten laufen in Laufrädern. Kleine Dämonen sind über den Ratten gezeichnet. Die Forscher überprüften die „Entzugserscheinungen“ von einer Drogenabhängigkeit, … die Ansicht, dass die psychologischen Auswirkungen des Absetzens von Opiaten so unerträglich für die Drogenkonsumenten sind, sodass sie den Gebrauch nicht aufgeben können.Forscher stellt die Geräte am Rat Park ein. Die Forscher nahmen 32 neue Ratten … … und unterwarfen sie einer Ernährung mit dem Flüssigkeitsgemisch, um bei jeder einzelnen Ratte Gewöhnungseffekte und körperliche Abhängigkeit zu erzeugen. (10 in Isolation, 22 im Rat Park)Blick aus der Froschperspektive auf Ratten in Drahtkäfigen. An den meisten Tagen wurde den Ratten keine andere Flüssigkeit außer Morphinwasser gegeben. Die Gruppe unterbrach das Experiment mit neun „Wahltagen“. An diesen Tagen konnten die Ratten zwischen Wasser oder Morphinwasser wählen. Würden die eingewöhnten Ratten Wasser oder Drogen wählen?Eine Ratte in einem Käfig. Ein Forscher schaut hinein. Die Ergebnisse zeigten klare Trends an allen „Wahltagen“: Die isolierten Ratten blieben im Drogennebel und erhöhten sogar ihren Konsum über die „Wahltage“. Die Geschichte am anderen Ende des Raumes, im Rat Park, verlief anders. Obwohl sie körperlich abhängig von Morphin waren, verringerten die Rat Park-Ratten ihren Drogenkonsum an den „Wahltagen“. Den zuckenden Ratten waren die Entzugserscheinungen anzusehen. Dennoch mieden die Rat Park-Ratten das Morphium.Eine zuckende Rattenfamilie im Rat Park Drogenexperiment. Beide Gruppen waren körperlich abhängig von Morphium und dennoch verhielten sie sich unterschiedlich. Aus Sicht Prof. Alexanders und seines Teams versuchten die Rat Park-Ratten die Entzugserscheinungen des Morphiums auszuhalten … und versuchten bewusst, zu einem geselligen Leben ungehindert durch Drogen zurückzukehren. Dieses „normale“ Sozialleben stand den Käfigratten nicht offen.Wissenschaftler in Ghostbusterkostümen mit Laternen, Fackeln und Taschenlampen. Bruce Alexander und seine Kollegen machten viele Experimente im Rat Park. Zusammen brachte das Team Licht in die dunklen Ecken der Grundannahmen zur Drogenabhängigkeitstheorie …und versuchten den Beweis im Kern aller Argumente zur Kriminalisierung von Drogengebrauch zu entkräften und in Frage zu stellen.Gezeichnete Dämonen fliehen vorm hellen Licht. Gefangen im prüfenden Licht der Wissenschaft … erschienen die zugrunde liegenden Ängste hinter den Verbotsargumenten deutlich weniger schrecklich. Die Rat Park-Studien waren Bestandteil eines Paradigmenwechsel: Weg vom Schreckgespenst der „dämonischen Drogen“ …hin zu einem mehr differenzierten Verständnis von Drogen und Abhängigkeit.Bruce Alexander sitzt an seinem Büroschreibtisch. Prof. Alexander stellte drei Gemeinsamkeiten zwischen den Rat Park Experimenten fest: I: Trotz des Rufes von Heroin, eine suchterzeugende „dämonische Droge“ zu sein, … mussten die Ratten zur Einnahme der Drogen gezwungen werden. Weit ab von einem unwiderstehlichen Gift …waren Zucker, erzwungener Gebrauch und Isolation notwendig, um in den Ratten den Wunsch zum Morphiumkonsum zu wecken.Zeichnungen von Ratten. Eine Parodie auf Led Zeppelin II und III Plattencovern. II: Wenn die Ratten die Chance auf eine „normale“ Gesellschaft mit angenehmer Behausung und sozialen Kontakt hatten … verspürten die Ratten wenig Appetit nach Opiaten. III: Die körperliche Abhängigkeit war nicht der stärkste Faktor, der das Verhalten der Ratten beeinflusste. Anstatt auf gleiche Weise durch die Sucht in den Bann gezogen zu werden … variierte der Drogenkonsum der Ratten mit den körperlichen, mentalen und sozialen Gegebenheiten.Ein Mensch ist durch ein Türfenster sichtbar in einer Parodie auf das Led Zeppelin IV Plattencover. Ebenso wie auf „Houses of the Holy“. Die Universität strich 1982 die Forschungsgelder, …das Sperrholz wurde zersägt, … die Ratten aus ihrem Paradies vertrieben … und die Forscher fanden andere Projekte.Bruce Alexander geht eine Strasse entlang. Eine Parodie das Led Zeppelin Albumcover “Physical Graffiti”. Bruce Alexander sah davon ab seine Funde zu sehr zu generalisieren … und damit die gleichen Fehler wie andere Forscher in den 1960ern zu machen. Sie hatten die Erkenntnisse über die Selbstinjektion auf Menschen übertragen.Blick auf einen Menschen an einem Tisch aus der Vogelperspektive. Eine schwarz-weiße Parodie auf das Led Zeppelin Albumcover “Presence”. Dennoch wird er weiterhin von den Ergebnissen seiner Studien heimgesucht. Was war der springende Punkt beim „Rat Park“, der den Einwohnern erlaubte die Abhängigkeit von Drogen zu vermeiden, obwohl sie einfach zugänglich waren?Parodie auf das „In Through the Out Door“ Albumcover. John Bonham als Barkeeper. Lag es an dem Käfig, der die Ratten dazu brachte, sich im Drogenkonsum zu verlieren? Müssten Menschen gleichermaßen in einem Käfig eingesperrt sein, um so zu fühlen? Oder gibt es andere Arten der Isolation, die zu einer Abhängigkeit führen können?Schwarz-weißes Bild des Vancouver Harbour Centre aus der Froschperspektive. Ein Obdachloser sitzt am Strassenrand. Bruce Alexander's Arbeit wandte sich von der Welt der Ratten … der Welt der Menschen zu … aber wurde überschattet von einer Frage aus den Rat Park-Experimenten:Vancouver Skyline und Panorama. Bruce Alexander überquert die Strasse. Was wäre, wenn der Unterschied zwischen nicht abhängig sein und abhängig sein … der Unterschied zwischen der Wahrnehmung der Welt als dein Park …Ein Obdachloser schiebt einen Einkaufswagen. … und einer Wahrnehmung als dein Käfig wäre.Ein Obdachloser schiebt einen Einkaufswagen. … und einer Wahrnehmung als dein Käfig wäre.

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Kommentare

Falk Brune

17 May 2017

Dear Stuart Your comics are exceptional! In my eyes this could be the new art of teaching. It is smart to wrap up scientific and political topics in a comic. This way more people especially young people will find interest in these. Ever tried to offer your service to schools or other education establishments? Your, in a way, simple kind of drawing pleases the eye a lot! Thanks. Is it possbile that I get all your comics in a bunch right away for a donation of 15$? Could you email it after I transferred the money? Best regards Falk

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